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Wetten auf Zinserhöhungen gewannen an Fahrt, nachdem die US-Arbeitsmarktdaten besser als erwartet ausgefallen waren. Dies unterstützte zwar den Anstieg des Dollars, setzte aber auch den Goldpreis unter Druck. Das gelbe Metall schloss die Woche am Freitag flach, nachdem es drei aufeinanderfolgende Wochen lang gefallen war. Analysten interpretieren den Markt und teilen ihre Prognosen.

Bob Haberkorn: Darunter ist Schnäppchenjagd

Anleger wählen den Dollar, der auf Zweijahreshochs gestiegen ist. Aus diesem Grund konnte Gold trotz steigender Rezessionsrisiken in letzter Zeit keine sicheren Häfen anziehen. Bob Haberkorn, leitender Marktstratege bei RJO Futures, kommentiert:

Beschäftigungsdaten drückten Gold, das nach einer so starken Dollar-Rallye zu kämpfen hatte. Hier kommt jedoch eine Schnäppchenjagd nach Gold.

Carsten Menke: Dauerhafte Erholung bei Gold unwahrscheinlich

Das Beschäftigungswachstum in den USA war im Juni höher als erwartet. Die Arbeitslosenquote blieb nahe den Tiefstständen vor der Pandemie. Das wiederum deutet auf eine anhaltende Stärke des Arbeitsmarktes für die Fed-Munition hin, um bis Ende dieses Monats weitere 75 Basispunkte zu gewinnen. Carsten Menke, Leiter Next Generation Research bei Julius Bär, sagt:

Kurzfristig sehen wir, dass Gold immer noch von Rezessionsrisiken unterstützt wird. Nach der letzten Korrektur erwarten wir eine Preiskonsolidierung. Unter der Annahme, dass die Fed die Inflation bekämpfen kann, ohne die Wirtschaft in eine Rezession zu stürzen, ist eine dauerhafte Erholung unwahrscheinlich.

Wichtige technische Niveaus für gelbes Metall

Laut Michael Hewson, Chief Market Analyst von CMC Markets UK, werden eine dreifache Gehaltsabrechnung und eine weitere starke CPI-Zahl (nächste Woche) nur dazu dienen, den Dollar nach oben und Gold nach unten zu drücken. Der Analyst weist aus technischer Sicht auf folgende Niveaus für Gold hin:

Ein Durchbruch unter das Niveau von 1.760 $ dürfte einen Rückgang auf die Tiefststände von 2021 nahe 1.720 $ und möglicherweise 1.680 $ signalisieren.

„Gold konnte seinen Ruf als sicherer Hafen zuletzt nicht behaupten“

Unterdessen sagten am Donnerstag zwei der lautesten Falken der Federal Reserve, dass sie eine Zinserhöhung um 75 Basispunkte in diesem Monat unterstützen würden. Sie hielten es auch für angemessen, danach auf ein langsameres Tempo umzuschalten, und hielten die Rezessionsrisiken für nicht signifikant. Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch hebt in einer Notiz hervor:

Gold konnte seinen Ruf als sicherer Hafen zuletzt nicht behaupten. Zudem erwägt die Fed eine noch restriktivere Haltung, falls der Druck durch die hohe Inflation anhält.

„Hauptfaktor, der glänzendes Metall belastet: US-Dollar“

Latestnews.plus.com Wie Sie aus entnehmen können, ist Gold in letzter Zeit erheblich unter Druck geraten. Er fiel in den vergangenen Wochen auf ein Neunmonatstief. Allerdings ist der Rückgang des Goldpreises laut Volkswirten der Commerzbank extrem. Daher ist eine Rückgewinnung des gelben Metalls möglich. Ökonomen machen in diesem Zusammenhang folgende Aussage:

Der Hauptfaktor, der den Goldpreis beeinflusst, ist der starke US-Dollar, der auf den höchsten Stand seit fast 20 Jahren gestiegen ist. ETF-Investoren kehren Gold den Rücken. Von Bloomberg verfolgte Gold-ETFs haben allein in den letzten zwei Wochen fast 60 Tonnen Abflüsse verzeichnet. Allerdings finden wir die aktuelle Kursschwäche übertrieben. Anhaltend hohe Inflations- und Rezessionsrisiken sprechen für Gold. Dies deutet darauf hin, dass sich der Preis erholen wird.


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Michael Lewis

Ich bin ein in Deutschland lebender Website-Software-Ingenieur. In meiner Nebentätigkeit schreibe ich Artikel für die Website Latestnews.plus.

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