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Am Freitag entsprachen die US-Beschäftigungsdaten weitgehend den Erwartungen. Danach, mit dem Abzug des Dollars, stieg der Goldpreis. Unter dem Druck des Hochzinsumfelds verzeichnete er jedoch immer noch seinen dritten wöchentlichen Rückgang in Folge. Analysten interpretieren den Markt und teilen ihre Prognosen.

Carsten Menke: Etwas Schnäppchenjagd im Markt möglich

Kassagold stieg am Freitag um 0,85 % auf 1.711,67 $ und schloss die Woche auf diesem Niveau. Das gelbe Metall ist bis heute um 1,8 % gefallen und erreichte am Donnerstag ein Sechs-Wochen-Tief von 1.687,60 $. Die US-Gold-Futures hingegen stiegen zuletzt um 0,78 % auf 1.722,50 $. Carsten Menke, Analyst bei Julius Bär, kommentiert:

Der Dollar ist heute Morgen etwas weiter gefallen. Dies hilft Gold, den Boden zurückzugewinnen, den es nach dem gestrigen Rückgang verloren hat. Eine Schnäppchenjagd ist auch auf dem Markt möglich, nachdem die Preise auf 1.700 $ gefallen sind.

Carlo Alberto De Casa: Gold hat nicht viel Raum für Erholung

Kinesis Money-Analyst Carlo Alberto De Casa kommentiert die neuesten Marktdaten wie folgt:

Die Märkte haben den massiven Zinsanstieg eingepreist. Dafür hat Gold nicht viel Spielraum für eine Erholung. Anleger möchten verstehen, wie restriktiv die Fed sein kann und dass solide Beschäftigungsdaten die Zentralbank stärker unter Druck setzen werden, die Zinssätze anzuheben, die für Gold negativ sind.

Jim Wyckoff: Gold erlebt eine Art Shorting-Rallye

In seinem genau beobachteten Beschäftigungsbericht gab das US-Arbeitsministerium bekannt, dass die Beschäftigungszahlen außerhalb der Landwirtschaft im vergangenen Monat um 315.000 Stellen gestiegen sind. Von Reuters befragte Ökonomen hatten vorausgesagt, dass die Zahl der Beschäftigten um 300.000 steigen würde. Jim Wyckoff, Senior Analyst bei Kitco Metals, kommentiert:

Die Stellenzahlen lagen sehr nahe an den Markterwartungen. Der Markt sieht dies als Goldlöckchentrick, da es keine Schwäche zeigt. Sie ist jedoch nicht stark genug, um eine aggressivere Fed zu veranlassen. Gold erlebt eine Art Erholungsrallye (Short Closing).

Piero Cingari: Der Abwärtstrend des Goldpreises hat sich nicht geändert

Übrigens Latestnews.plus.com Wie Sie sehen, fiel der Dollarindex (DXY) um etwa 0,1 %. Dies machte Gold für Offshore-Käufer billiger. Darüber hinaus sanken auch die US-Treasury-Zinsen auf täglicher Basis. Kapitalanalyst Piero Cingari sagt zu den Entwicklungen Folgendes:

Ein etwas schwächerer US-Dollar und die kurzfristigen US-Treasury-Renditen haben Gold in letzter Zeit etwas Erleichterung verschafft. Am Abwärtstrend des Goldpreises änderte dies jedoch nichts.

Ole Hansen: Oberhalb dieses Niveaus ist eine Erholung erforderlich

Gold ist in letzter Zeit unter Druck geraten, da die globalen Zentralbanken die Zinssätze erhöhen, um die steigende Inflation zu bekämpfen. Höhere Zinssätze erhöhen die Opportunitätskosten für das Halten eines nicht rentablen Vermögenswerts. Der Analyst der Saxo Bank, Ole Hansen, weist in einer Notiz auf dieses technische Niveau hin:

An der technischen Front muss das gelbe Metall beim aktuellen März-Hoch von 1.770 $ über die Trendlinie klettern, bevor es eine Erholung signalisiert.

TDS: Gold wird unter 1.675 $ zu schmelzen beginnen

Mit jedem Rückgang steigt das Risiko einer Kapitulation von Gold. Die Ökonomen von TD Securities erwarten, dass das gelbe Metall unter die Marke von 1.675 $ fallen wird. Ökonomen stellen fest, dass die Top-Player auf den Shanghaier Märkten ihr Gold trotz der Abwertung des CNY weiter erhöhen. Ökonomen zufolge haben diese Ströme zusammen mit der Nachfrage der Zentralbank wahrscheinlich verhindert, dass Gold in einem Liquiditätsvakuum inmitten einer restriktiven Fed-Erzählung schmilzt. Darauf aufbauend treffen Ökonomen folgende Einschätzung:

Wenn wir uns jedoch den Pandemie-Einstiegsniveaus dieser Gruppe nähern, steigt mit jedem Kursrückgang das Risiko, dass überhöhte Prop-Shop-Positionen kapitulieren. Technische Short-Signale festigen sich weiter, während der darunter liegende Abwärtstrend an Dynamik gewinnt. Es ist möglich, dass das Risiko eines Ausbruchs im breiten DXY mit einem Abschmelzen von Gold unter die Spanne von 1.675 $ zusammenfällt.

Pablo Piovano: Für Gold steht die Tür für einen weiteren Niedergang offen

Laut vorläufigen Daten der CME Group ist das Open Interest an den Gold-Futures-Märkten dieses Mal um etwa 3,8 Tausend Kontrakte gestiegen. Somit verlängerte er den Aufwärtstrend für eine weitere Sitzung am Donnerstag. In der Zwischenzeit zog die Lautstärke nach. Das Volumen stieg in der zweiten Sitzung in Folge um rund 25,3.000 Kontrakte.

Gold fiel am Donnerstag zum ersten Mal seit Juli unter die wichtige Unterstützung von 1.700 $. Der Analyst stellt fest, dass die tägliche Korrektur hinter dem steigenden Open Interest und Volumen steckt. In diesem Zusammenhang deutet das Tief von 2022 bei 1.680 $ (21. Juli) auf kurzfristige zusätzliche Verluste hin.


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Michael Lewis

Ich bin ein in Deutschland lebender Website-Software-Ingenieur. In meiner Nebentätigkeit schreibe ich Artikel für die Website Latestnews.plus.

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